Infos Tourenangebote Bildergalerie Archiv Reisetipps Links

Großglocknertour und Dolomiten 2013

Bericht zur Großglockner- und Cortina d'Ampezzo - Tour vom 31. August bis 1. September 2013
 
Über s Wochenende über n Großglockner, das war zum Monatswechsel-Wochenende (August-September 2013) der Tour-Vorschlag von Michael. Mitfahrer fanden sich schnell, sodass sich am Samstag in der Früh am Treffpunkt in Irschenberg ein illustres Trüppchen einfand:
Barbara & Michael, Regine & Gerald, Ramona & Markus, Andreas, Micha und Michael.
Die ersten Kilometer der Tour legten wir bis Siegsdorf auf der A9 zurück. Für uns eine eher unübliche Wahl der Straße welche in diesem aber Fall nötig schien, um anfangs zügig vorwärts zu kommen. Ab Siegsdorf ging es durch die landschaftlich sehenswerten Chiemgauer Alpen südlich über die Grenze Österreichs. Durch das Pinzgauer Saalachtal bis Saalfelden führte die weitere Route, Zell am See unterquerten wir (gute 5 km Länge misst der von uns durchfahrene Schmittentunnel) und ab Bruck an der Großglocknerstraße ging es aufwärts. Direkt nach der Mautstelle in Fusch gab es einen kurzen Stau, denn einige geschmückte Kühe eines "Mini-Almabtriebs" versperrten den Fahrzeugen den Weg.
Nachdem das Vieh die Straße passiert hatte, gaben wir uns den folgenden Kehren hin und das bis hinauf zum bitteren Ende - soll heißen, dass wir uns kurz vor dem Ende der Taxenbacher Fusch auch noch bis zur östlich liegenden Edelweissspitze leiten ließen. Die etwa anderthalb Kilometer lange, mit Kopfsteinpflaster versehene Zufahrt steigt über etliche Kehren bis auf eine Höhe von gut 2.571 Metern an.
Da Michael dort oben keine Ruhe ließ, erklommen wir noch per Pedes die Stufen des auf dem Parkplatz errichteten steinernen Turms, um von dessen Dach rundum etwa 30 Dreitausender im Blick zu haben - Ergreifend, vor allem wenn sich der Berg der Berge nicht wie an diesem Tag mit Wölkchen bedeckt.
Kurz darauf sattelten wir wieder auf um das nächste Teil-Ziel ins Auge zu fassen. Nur knappe 30 Kilometer sind bis zur Franz-Josefs-Hütte zurückzulegen und dort erwartete uns neben der in den vergangenen 150 Jahren um etwa die Hälfte geschrumpfte Pasterze, dem größten Gletscher Österreichs, auf dem dortigen Parkplatz auch ein Meer an Motorrädern.
Nach einer kleinen Stärkung nahmen wir die weitere Abfahrt unter die Räder, fuhren darauf im großen Bogen durch Lienz und WOLLTEN nach der Grenz-Überquerung in Italien bei Winnebach (Prato alla Drava) auf einem feinen Sträßchen einem Teil der SS49 entgehen. Eine Sperrung vereitelte diesen Plan leider, sodass wir doch wieder auf der Hauptstraße westlich bis Toblach fuhren. Den Toblacher See, den Dürrensee und den Misurinasee nahmen wir auf dem weiteren Weg Richtung Cortina ebenfalls mit. Die Bergkulisse am Lago di Misurina wurde besonders rund um die Drei Zinnen von der späten Nachmittagssonne beschienen, was uns zu einem weiteren Stopp animierte.
Um den See herum sind neben den Drei Zinnen die Felsmassive des Monte Piana, der Cadini-Gruppe, dem Monte Cristallo und weiter im Süden von Marmarole und Sorapiss zu sehen.
Nach der Ankunft in Cortina bei unserer im Zentrum gelegenen Herberge parkten wir die Zweiräder auf einem hoteleigenen Parkplatz und bereiteten uns auf den Rundgang und das Abendessen vor. Nach dem Speisen schlenderten wir noch bei milden Temperaturen durch Cortinas Zentrum. Auf dem Weg zum Hotel lockten in einer kleinen Bar noch ein Aperol Spritz sowie kleine Häppchen, welche wir bei angeregten Gesprächen zu uns nahmen.
In der darauf folgenden Nacht regnete es für einige Zeit, was für den kommenden Tag bzw. für die Rückfahrt nichts Gutes erahnen ließ. Um 7.30 Uhr, kurz vor dem Frühstück, riskierten wir vor dem Hotel für weitere Prognosen einen Blick in den Himmel. Der war jedoch komplett wolkenverhangen und es regnete stetig. Mit diesen Eindrücken gingen wir unmotiviert zum Frühstück, ließen uns damit Zeit, packten anschließend die Taschen und checkten schlussendlich aus. In diesem Zeitraum hatten sich aber glücklicherweise fast alle Wolken verflüchtigt, und vom Regen zeugte nur noch der nasse Asphalt.
Westlich Cortina verlassend schraubten wir uns zuerst südlich der Cinque Torri (Fünf Türme) den Passo Giau (Giaupass) hinauf. So früh am Tag hatte noch niemand von uns dort oben den Rundblick genießen können, vor allem die von Osten her scheinende Sonne beleuchtete die Felsformationen in einem ganz anderen, uns ungewohnten Licht.
Entlang der SP641 ging es darauf am Lago di Fedaia vorbei, um danach durch Canazei zu schleichen (was dem dort meist existierenden Verkehrschaos geschuldet ist). Den Verkehr akzeptierten wir jedoch klaglos, denn vor uns begann eine Schleife um den Piz Boé, den Brunecker Turm und die Sellatürme - bekannt als Sellarunde.
Passo Pordoi (Pordoijoch), Passo di Campolongo (Campolungosattel), Passo di Gardena (Grödner Joch), Sella del Culac (Kulatsch Sattel), Passo di Sella (Sellajoch) und Col de Toi - mehr Worte müssen hier nicht fallen...
Übrigens: Der Col di Toi wird gemeinhin (und genau genommen fälschlicherweise) als Sellajoch bezeichnet. Am Sellajoch fährt man aber in einer Entfernung von etwa 750 m westlich der Scheitelhöhe nur vorbei!
Apropos JOCH: Ramona hat uns versprochen, sich nach den Unterschieden von Pass, Joch und Sattel zu erkundigen und uns diesbezüglich beim nächsten Treff aufzuklären...
Die Sellarunde war inklusive Stopps nach knapp zwei Stunden abgeschlossen und wir durchfuhren auf dem weiteren Heimweg Canazei erneut.
Vor uns lagen nun der Passo di Costalunga (Karerpass) und der Passo Nigra (Nigerpass), anschließend hielten wir uns weiter westlich bis Bozen. Dort entschieden wir uns wegen der fortgeschrittenen Tageszeit, nicht die SP135 über Ritten zu nehmen, sondern den zügigeren Weg über den Passo di Pennes (Penser Joch). Oben am Penserjoch angelangt, sahen wir während der Essenspause im Norden, wie sich die Wolken bedrohlich dunkel zusammenrotteten, weshalb wir bald wieder aufbrachen. Wie befürchtet regnete es schon bei der Abfahrt nach Sterzing leicht und unglücklicherweise intensivierte sich der Niederschlag immer mehr.
Über den Brenner bis Innsbruck mussten wir nasse Straßen und Regenschauer akzeptieren und ab etwa dem Zirler Berg kämpften wir mit Starkregen und hereinbrechender Dunkelheit. Winkend verabschiedeten sich bei Mittenwald Regina und Gerald, da sie westlich von München wohnen und den Umweg unter diesen Bedingungen scheuten. Für uns anderen war anschließend die Wahl des kürzeren Weges nach Holzkirchen über Jachenau wegen der Schauer kein Highlight mehr, obwohl die Straße zu dieser späten Stunde nicht mehr mautpflichtig ist und es sich um eine landschaftlich und in Bezug auf den Straßenverlauf schöne Strecke handelt. In Holzkirchen trennten wir uns dann zügigst - fest das eigene Domizil im Visier.
Die Tour war ereignisreich und interessant, das Team sehr harmonisch und die gemeinsamen Momente sehr angenehm. Ich genoss die Zeit mit Euch und brenne schon auf weitere gemeinsame Unternehmungen! Danke an Euch für die abwechslungsreichen Stunden und an Michael für das Planen und Realisieren der schönen Tour (mal abgesehen von den letzten, sehr feuchten Stunden).